Zusammenstehen – vielfältig solidarisch!

Gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft der Vielen - 1. Mai 2019 in Erfurt

Mittwoch, 01.05.2019, 09:00–18:00 Uhr
Erfurt

Zusammenstehen - Erfurt 1. Mai 2019

Zusammenstehen – vielfältig solidarisch!
Gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft der Vielen


Wir laden Euch am 1. Mai 2019 dazu ein, in Erfurt ein kraftvolles und deutliches Zeichen für Demokratie und Solidarität, gegen soziale Spaltung und Rassismus zu setzen.

Das gesellschaftliche Klima in Deutschland ist rauer geworden. Immer mehr Menschen fürchten in der „Abstiegsgesellschaft“ um ihren Status, ihre Gesundheit und die Zukunft ihrer Kinder. Auch wenn es ihnen finanziell besser geht als in den vergangenen Jahren, haben viele die Hoffnung verloren, dass es einmal besser werden wird. Ängste halten Einzug. In ihrer Angst fühlen sich Menschen im Stich gelassen und durch die Politik nicht mehr angemessen vertreten. Bei einem Teil dieser Ängstlichen gelingt es der neuen extremen Rechten, u.a. in der AfD, Deutungshoheit zu erlangen. Schuldige werden ausgemacht. Hass auf Geflüchtete und andere Gruppen von Migrantinnen und Migranten aus Europa wird ebenso geschürt wie auf die Nachkommen bspw. der Gast- und Vertragsarbeitergeneration oder der Bürgerkriegsflüchtlinge der 1990er Jahre. Groll wird kanalisiert und entlädt sich gegen vermeintliche Randgruppen, gegen Homosexuelle, Jüdinnen und Juden, Muslime und Frauen. Fakten werden verdreht und Lügen zu Tatsachen erklärt, wenn der Klimawandel verneint oder die Holocaustleugnung als eine Meinung unter vielen dargestellt wird. Die demokratische Kultur und die Menschenrechte werden verächtlich gemacht. Es wird zur Jagd auf die Demokratie – ob in parlamentarischer oder basisdemokratischer Variante – geblasen.

2019 finden in Brandenburg, Sachsen und Thüringen Landtagswahlen statt. Für die in der AfD organisierten Rechten sind diese Wahlen eine wichtige Etappe in ihrem Kampf gegen Menschlichkeit und Demokratie. Um ihr Ziel zu erreichen, wird die AfD zwei Attribute für sich vereinnahmen: Sie wird sich als Ost- und Arbeiterpartei darstellen und möchte eine vermeintlich stille Mehrheit verkörpern. Symbolisch will sie dies am 1. Mai 2019 in Erfurt auf der Straße zeigen. Dieser Tag ist ihr Auftakt für den Wahlkampf in den drei ostdeutschen Bundesländern. Der 1. Mai soll dabei Gewerkschaften und linken Organisationen als Aktionstag für soziale Gerechtigkeit entrissen werden und die soziale Frage wird durch die AfD dementsprechend ethnisiert, d.h. die Konfliktlinien zwischen unten und oben, arm und reich werden in „deutsch und nichtdeutsch“ sein übersetzt.

Dem widersetzen wir uns. Die extreme Rechte repräsentiert keine stille Mehrheit, das haben die Menschen im Einsatz für Humanismus und Demokratie bei #Wirsindmehr und #Unteilbar gezeigt. Die Mehrheit der Menschen im Land will eine solidarische Gesellschaft für alle. An diese Beispiele knüpfen wir an und setzen am 1. Mai 2019 in Erfurt auf eine Versammlung der Vielen. Eine Versammlung unterschiedlicher Menschen, deren Gemeinsamkeit solidarische Antworten auf soziale Fragen sind; Antworten, die für alle gelten, im Interesse der Vielfalt.

Damit knüpfen wir an die Tradition des 1. Mai an, wie er durch den DGB und seine Einzelgewerkschaften in jedem Jahr seit seiner Ausrufung begangen wurde. Der 1. Mai als wichtigster Feiertag im Selbstverständnis der Gewerkschaften, an dem wir gemeinsam an die demokratische Revolution 1918/19, die Tarifautonomie, die Demokratisierung der Wirtschaft, die Einführung des 8-Stunden-Tages und des Frauenwahlrechtes erinnern.

Alle aus Gesellschaft, Kultur, Wissenschaft und Politik sind willkommen und eingeladen, uns zu unterstützen. Gemeinsam - von Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbänden bis Umweltorganisationen und Kirchen - werden wir zeigen, wie eine solidarische Gesellschaft der 4 Vielen aussehen kann. Künstlerinnen und Künstler, Belegschaften, Vereins- und Parteimitglieder, Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende sowie Aktive der Zivilgesellschaft sind eingeladen, ihre Anliegen, ihre Kämpfe für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für alle und ihre Visionen einer solidarischen Gesellschaft einzubringen.

70 Organisationen sind dabei.