Auch in Kitas gilt: Die Qualität der frühkindlichen Bildung ist entscheidend

Astrid Rothe-Beinlich: Mehr ErzieherInnen kann es nur mit Bundesunterstützung geben

8000 ErzieherInnen fehlen in Thüringer Kitas - so lautet ein Ergebnis des aktuellen Ländermonitors der Bertelsmannstiftung zu frühkindlichen Bildungssystemen.

"Auch wir sagen schon lange, dass es mehr Erzieherinnen und Erzieher gerade für unsere Kleinsten braucht. Schließlich reicht es nicht, sich damit zu schmücken, dass in Thüringen, wo Dank Fröbel die Wiege des Kindergartens steht, fast alle Kinder vor der Schule eine Kita besuchen, jedes Kind ab dem 1. Geburtstag einen Rechtsanspruch auf einen Platz hat und zehn Stunden Betreuung täglich im Gesetz stehen", kommentiert die grüne Bildungspolitikerin Astrid Rothe-Beinlich den aktuellen Befund.

"Dass sich Thüringen bei den Betreuungsrelationen im deutschlandweiten Vergleich nur im hinteren Mittelfeld wiederfindet, ist auch nicht neu. Fakt ist aber: Wenn wir eine gute und verlässliche Personalsituation und eine qualitativ hochwertige Arbeit in den Kitas sicherstellen wollen, sind mehr Ausbildungskapazitäten und mehr ErzieherInnen - die zudem auskömmlich bezahlt werden müssen - dringend notwendig. Unser Ziel sind durchgängig hohe fachliche Standards in der frühkindlichen Bildung. Überlegungen wie aus dem Finanzministerium Anfang des Jahres, aus Kostengründen Erzieherstellen durch Sozialassistenzen zu ersetzen, lehnen wir jedenfalls kategorisch ab", gibt die Grünenpolitikerin zu bedenken.

Allerdings müsste auch allen bewusst sein, dass Frühkindliche Bildung und das Stemmen einer solchen Herausforderung des Engagements aller Ebenen bedarf. "Wir jedenfalls meinen, dass hier auch der Bund in der Verantwortung steht", so Rothe-Beinlich weiter.

Kritisch sieht die grüne Bildungsexpertin zudem die pauschalen Ländervergleiche. "Wenn hier beispielsweise herausgestellt wird, Bremen und Baden-Württemberg seien vorbildlich in Punkto Betreuungrelation, wird dabei viel zu oft übersehen, dass dort mitnichten eine Ganztagsbetreuung angeboten wird. Kitas, die bereits am Mittag wieder schließen sind gerade in den Westländern noch immer traurige Realität", erläutert Rothe-Beinlich.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern in Bund und Ländern schon seit Jahren bundesweit einheitliche Standards für gute frühkindliche Pädagogik und begrüßen daher den Vorstoß von GEW und Fachverbänden für ein Bundes-Qualitäts-Gesetz.

"Auch in Thüringen zeigt sich, dass es zwar einen guten Bildungsplan gibt, die Landesregierung aber so gut wie nichts über dessen Umsetzung und Implementierung weiß. Wir konstatieren hier ein Umsetzungsproblem, welches zusätzlich durch Personalmangel erschwert wird. Dabei wissen doch alle, dass die Qualität der frühkindlichen Bildung entscheidend ist und natürlich damit zusammen hängt, wie viel und wie gut ausgebildetes Personal zur Verfügung steht. Bildung, Erziehung und Betreuung gehören in unseren Kitas schließlich untrennbar zusammen", schließt Rothe-Beinlich.

Meldung vom 25.07.2014