Blick zurück nach vorn

Danke allen, die uns Bündnisgrüne zur LTW 2019 unterstützt und gewählt haben

Astrid Rothe-Beinlich, Foto: Christopher Schmid

Liebe Freund*innen, liebe Wähler*innen, liebe Interessent*innen,

der Sonntag verlief für mich und uns anders als gedacht - vor allem aber als erhofft.

Ich möchte mich zunächst bei allen bedanken, die uns unterstützt, mit uns geworben, für uns auf Straßen und Plätzen oder bei Nächbar*innen und Kolleg*innen geworben und besonders bei allen, die uns dann tatsächlich auch gewählt haben.
Das waren harte Wochen und Monate und doch hat es auch mir immer wieder viel Spaß gemacht, gemeinsam mit Aktiven von vor Ort und aus der ganzen Republik, landauf, landab für unsere Inhalte zu streiten.

Wir hatten zwei Wahlziele. Wir wollten stärker werden als Bündnisgrüne und die erfolgreiche progressive rot-rot-grüne Regierung fortsetzen.
Erlebt haben wir am Sonntag abend eine Zitterpartie, die selbst ich, die schon viele schwierige Zeiten in unserer Partei erlebt hat, so nie erwartet hätte. Mir war bewusst, dass der Höhenflug ausbleiben und wir hart in der Realität ankommen würden. Aber dass dies beinahe den Flug aus dem Landtag bedeutet hätte, das hat uns kurz in den Abgrund blicken lassen. Und wir müssen uns auch selbstkritisch fragen, woran das gelegen hat. Hier gibt es viel aufzuarbeiten - das sollten wir in den dafür geeigneten Räumen und Runden auch tun.
Nun sind wir mit gerade mal 5,2% und fünf Abgeordneten wieder im Landtag vertreten. 2009 war uns mit 6,2% nach 15 Jahren außerparlamentarischer Opposition der Wiedereinzug in den Landtag geglückt - damals war ich Spitzenkandidatin. 2014 kamen wir mit gerade noch 5,7% in Regierungsverantwortung.

Und heute? Noch wissen wir nicht, wie es in Thüringen weitergeht. Wir haben heute mit LINKE und SPD erstmals zusammen gesessen und gemeinsam gesagt, dass wir auch in Zukunft miteinander Verantwortung übernehmen wollen. Ob und wie das gelingen kann, bleibt abzuwarten.

Am 7.11. werden wir endgültig wissen, wie sich der Landtag künftig zusammensetzt. Dann werden wir uns auch als neue Fraktion konstituieren.
Unser Glückwunsch geht natürlich an die LINKE und deren Wahlgewinner Bodo Ramelow an der Spitze, wohl wissend, dass auch wir etwa 9000 Stimmen an die LINKE verloren haben.
Wirklich Bauchschmerzen bereiten muss uns das Ergebnis der rassistisch und faschistischen AfD um Höcke. Und die Wähler*innen haben deutlich gemacht, dass sie diese genau wegen ihrer Ausrichtung gewählt haben.

Wir wissen noch nicht genau, wo und wie wir uns künftig aufstellen. Eines jedoch ist klar: Es kann und wird niemals auch nur eine gemeinsame Sache mit der AfD geben.

In diesem Sinne suchen wir nun nach dem Besten für unser Land. Auf dass es sich ökologisch, solidarisch und gerecht weiter entwickeln kann - auch und gerade in scheinbar unregierbaren Zeiten wie diesen. Und auch, wenn uns das Ergebnis schwer zu schaffen macht. Lasst uns nach vorn blicken.

Herzlichst Eure Astrid

Meldung vom 29.10.2019