Ein Dach über dem Kopf und Wärme – #soforthilfejetzt

Appell an die Thüringer Landesregierung

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, UNHCR, fordert von den Europäischen Regierungen mehr Engagement für die in den provisorischen Camps vom Erfrierungstod bedrohten Flüchtlinge ein.

Von „Bildern, die an die Not nach dem zweiten Weltkrieg erinnern“ schreiben die Medien: Flüchtlingen auf der so genannten Balkanroute, in Camps in Griechenland, in Serbien und anderswo droht angesichts eisiger Temperaturen der Kältetod. (1) Und dies, während in den deutschen Bundesländern 2015 und 2016 eingerichtete Unterkünfte leer stehen und im „stand by“-Modus gehalten werden, also ohne großen Aufwand und kurzfristig hergerichtet werden könnten.

In Thüringen sind es mit Stand 9. Januar 2017 in den zur Zeit genutzten Erstaufnahmeeinrichtungen Gera-Ernsee und Suhl etwa 1.300 freie Plätze, die – neben den im Stand-by-Modus vorhandenen Standorten Gera-Liebschwitz, Hermsdorf, Gotha-Praktiker, Gotha-Bildungszentrum, Eisenberg – kurzfristig zur Verfügung stünden.

- Derweil leben auf der griechischen Insel Samos noch immer etwa 1.000 Menschen, darunter Familien mit Kleinkindern, in unbeheizten Zelten und Unterkünften.
- In Belgrad ist die Situation von etwa 1.200 männlichen Flüchtlingen, darunter etwa 300 unbegleiteten minderjährigen Jungen, besorgniserregend.(2)
- Berichte über Todesfälle in Bulgarien und an der griechisch-türkischen Grenze sowie schwere Verletzungen aufgrund eisiger Temperaturen sollten aufrütteln.

"Trotz der extremen Wetterverhältnisse weisen Länder entlang der Westbalkanroute noch immer Flüchtlinge an ihren Grenzen ab. In mehreren Fällen berichteten Flüchtlinge und Migranten von Übergriffen der Polizei. Mobiltelefone wurden beschlagnahmt, so dass die Menschen keine Hilfe holen konnten. Bei winterlichen Temperaturen wurde sogar Kleidung beschlagnahmt.", beklagt das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, UNHCR, und fordert, "mehr legale Wege zur Aufnahme von Menschen in Not in Europa zu schaffen. Das schließt Resettlement, humanitäre Aufnahmeprogramme, Familienzusammenführungen, privat finanzierte Programme sowie Studenten-und Arbeitsvisa ein.

Dieser Forderung schließen wir uns an und appellieren an die Thüringer Landesregierung, gemeinsam mit anderen Landesregierungen ein sofortiges humanitäres Aufnahmeprogramm zu starten und Menschen aus den betroffenen Regionen und Camps nach Thüringen zu holen.

Ein Dach über dem Kopf und Wärme: das Mindeste, was wir geben können.

#soforthilfejetzt


Erstunterzeichnende:

- Tobias Müller, Mitglied im Sprecherrat des Bürgerbündnisses gegen Rechtsextremismus Weimar
- Alfred Bax, Mitglied im Sprecherrat des Bürgerbündnisses gegen Rechtsextremismus Weimar
- Torsten Zern, Mitglied im Sprecherrat des Bürgerbündnisses gegen Rechtsextremismus Weimar
- Uwe Adler, Mitglied im Sprecherrat des Bürgerbündnisses gegen Rechtsextremismus Weimar
- Flüchtlingsrat Thüringen e.V.
- Astrid Rothe-Beinlich, MdL, Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Thüringer Landtag, Stadträtin in Erfurt
- Sabine Berninger, MdL, Flüchtlingspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Thüringer Landtag, Mitglied im Landesvorstand DIE LINKE. Thüringen
- Julie Paucker, Dramaturgin, Deutsches Nationaltheater Weimar
- Justina Raupach, Dramaturgieassistentin, Deutsches Nationaltheater Weimar
- Katharina König, MdL, Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag
- Romy Arnold, Sprecherin der Thüringer Bündnisse, Initiativen und Netzwerke gegen Rechts
- Dr. Bernd Stoppe, Sprecher der Thüringer Bündnisse, Initiativen und Netzwerke gegen Rechts
- Harald Zeil, Sprecher der Thüringer Bündnisse, Initiativen und Netzwerke gegen Rechts
- Dr. Johanna Scheringer-Wright, MdL Thüringen, Mitglied im Bundesparteivorstand DIE LINKE.
- Madeleine Henfling, MdL, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Thüringer Landtag
- Ines Wolfram, Mitglied im Vorstand des Kreisverbandes DIE LINKE. Apolda/Weimar
- Johanna Scheringer-Wright, MdL, Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Mitglied im Bundesvorstand DIE LINKE.
- Beate Seidel, Chefdramaturgin, Deutsches Nationaltheater Weimar und Staatskapelle Weimar
- Maike und Daniel Gaede, Weimar
- Katharina Kerner, Koordinatorin
- Peter Franz, Weimar
- Kati Engel, MdL, Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag
- Steffen Vogel, Stadtrat Weimar, Fraktion DIE LINKE.
- Anne Lohß, Flüchtlingsberatung
- Linksjugend ['solid] Thüringen
- Dr. Viola Klein, Übersetzerin und Dolmetscherin, Weimar
- Dr. Jürgen Weber, wissenschaftlicher Bibliothekar, Weimar
- Christian Schaft, MdL, Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag
- Linksjugend ['solid] Gera
- GRÜNE JUGEND Thüringen
- Hanne Adams, Erfurt
- Jusos Thüringen
- Saskia Scheler, Landesvorsitzende der Jusos Thüringen
- Landesjugendwerk der AWO Thüringen
- Martina Renner, MdB, Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag
- Conny Brückner, Bürokauffrau, Weimar
- Bündnis 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Weimar

sowie weitere über 50 Unterzeichnende (Stand 27.1.17).

(1):  http://de.euronews.com/2017/01/10/balkanroute-fluechtlingen-droht-der-kaeltetod, http://www.bild.de/politik/ausland/headlines/bild-bei-den-fluechtlingen-in-belgrad-49670812.bild.html, http://www.spiegel.de/video/serbien-fluechtlingen-droht-der-kaeltetod-video-1733928.html

(2): https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/news/europa-hilfe-fuer-fluechtlinge-im-winter-notwendig-576.html

Meldung vom 20.01.2017