Ein Prozent Steigerung entpuppt sich als Scheinriese

Astrid Rothe-Beinlich: Thüringens Hochschulen fehlen schon heute 25-30 Mio. Euro

"Bei der großkoalitionär verkündigten Einigung zur Hochschulfinanzierung handelt es sich eher um einen Scheinriesen als um einen tatsächlichen Fortschritt in Punkto Verlässlich- oder gar Auskömmlichkeit", kommentiert die bildungs- und hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die von der Thüringer Landesregierung zugesagte Steigerung in der Hochschulfinanzierung um einen Prozent.

"Fakt ist allerdings: Je genauer man hinschaut, umso geringer ist deren tatsächliche Wirkung. Die Erhöhung um ein Prozent kann faktisch kaum die Kostensteigerungen der Thüringer Hochschulen für Personal und Betriebskosten auffangen, die jährlich anfallen. Hinzu kommt die traurige Tatsache, dass unseren Hochschulen schon heute 25-30 Millionen Euro fehlen und Personalabbau und die Streichung von Studiengängen trotz hoher Nachfrage bereits traurige Realität sind", so die Grünenpolitikerin weiter.

SPD und CDU können trotz vollmundiger Behauptungen nicht darüber hinwegtäuschen, dass von einer echten Einigung mitnichten die Rede sein kann. Noch in der letzten Plenarsitzung hatte Bildungsminister Matschie seine Forderung nach einer Steigerung der Hochschulfinanzierung um vier Prozent jährlich betont – Finanzminister Voß hingegen scheint sich nunmehr unterm Strich durchgesetzt zu haben.

"Es ist schon mehr als ein Trauerspiel, was die Koalition da einmal mehr abliefert. Dabei müsste doch allen folgendes klar sein: Spätestens ab 2015 müssen die Kostensteigerungen an den Hochschulen wieder umfänglich vom Land übernommen werden. Alles andere wäre verantwortungsloser Raubbau an der Qualität von Forschung und Lehre in Thüringen, den wir uns nicht leisten können", ist Rothe-Beinlich überzeugt.

Allein um auf den Durchschnitt der Ausgaben für Hochschulen der Flächenländer in Westdeutschland zu kommen, müsste Thüringen 100 Millionen Euro jährlich mehr investieren.

"Wir sind uns sicher, die Investitionen in unsere Hochschulen und in Forschung sind gut angelegtes Geld. Jeder Euro rechnet sich für das Land dabei vielfach. Wir fordern weiterhin eine aufgabengerechte Ausfinanzierung unserer Hochschulen", so die bündnisgrüne Hochschulpolitikerin abschließend, die sich zudem sehr gespannt zeigt, was die angekündigte Debatte im Landtag anbelangt.

Meldung vom 29.04.2014