GRÜNE und Landeselternvertretung Kita werben für weiterhin hohe fachliche Standards in der frühkindlichen Bildung

Kein Ersatz von Erzieherinnen und Erzieher durch Sozialassistenzen

Ein Vertreter des Thüringer Finanzministeriums hat im Kommunalen Beirat des Finanzministeriums den Vorschlag gemacht, ein Drittel der Erzieherinnen und Erzieher durch Sozialassistenzen zu ersetzen, um damit 20 Millionen Euro jährlich einzusparen. In einer Landtagsdebatte im Februar hat Finanzminister Dr. Voß jedoch abgestritten, dass es solche Bestrebungen seitens des Finanzministeriums dazu gegeben habe. Diese offensichtliche Diskrepanz war nun Hintergrund einer mündlichen Anfrage von Astrid Rothe-Beinlich, bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die heute vom Finanzminister im Landtag beantwortet wurde. Der Finanzminister teilte diesbezüglich mit, dass der Mitarbeiter des Finanzministers unabhängig und ohne Weisung im Kommunalen Beirat tätig sei und dies kein Vorschlag seines Hauses sei. Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich:

"Wir werden Finanzminister Dr. Voß selbstverständlich beim Wort nehmen und erwarten daher, dass es zukünftig keinerlei Versuche seitens der CDU mehr geben wird, die fachlichen Standards in der frühkindlichen Bildung in unseren Kitas aufzuweichen. Allerdings verwundert uns schon, dass die offiziellen Vertreterinnen und Vertreter des Finanzministeriums in ihren Beiräten anscheinend völlig losgelöst vom Finanzminister nach Gutdünken Vorschläge machen können, ohne dies mit dem Finanzminister abzusprechen. Wir lehnen jedenfalls Standardabsenkungen in unseren Kitas klar ab. Für uns gilt: Eine gute Qualität in unseren Bildungseinrichtungen geht einher mit einer hohen Fachlichkeit und ist zudem entscheidend für den Erfolg frühkindlicher Bildung. Sparen darf zudem niemals zum Selbstzweck werden. Das Fachkräftegebot darf daher nicht aufgeweicht werden. Im Gegenteil, wir müssen die Ausbildung und Fachlichkeit weiter verbessern und den Beruf der Erzieherin und des Erziehers generell, aber auch mit Blick auf die Bezahlung attraktiver machen", so Rothe-Beinlich.

Sandy Kirchner erklärt für die Thüringer Landeselternvertretung für Kindertagesstätten dazu: "Wir werden alle Bestrebungen zu einem Abbau der Qualitätsstandards in Thüringen nicht hinnehmen und sehr aufmerksam die Debatte um Einsparpotentiale beobachten. Das Thüringer Kitagesetz in seiner jetzigen Form ist eine Erfolgsgeschichte, auf die es lohnt, aufzupassen. Die Arbeit in der frühkindlichen Bildung legt den Grundstein für den gesamten weiteren Lebensweg und muss sich eben deshalb durch die höchstmögliche Qualität auszeichnen. Hier gilt es, nicht bei Erzieherinnen und Erziehern zu sparen, sondern eher dafür Sorge zu tragen, dass diese Fachkräfte auch in Thüringen eine angemessene Entlohnung erfahren."

Meldung vom 22.05.2014