Hochschulen müssen deutlich stärker als bisher kooperieren

Astrid Rothe-Beinlich sieht Landesregierung in der Pflicht, endlich Hochschulentwicklungsplan vorzulegen

Die Fraktion DIE LINKE hat heute die Empfehlungen ihres in Auftrag gegebenen Gutachtens „Campus Thüringen – Perspektive durch Kooperation“ vorgestellt. In dem Gutachten werden umfangreiche Vorschläge zu zukünftigen Kooperationen der Thüringer Hochschulen gemacht. So wird beispielsweise vorgeschlagen, dass vier Hochschulen in Erfurt und Weimar ihre Verwaltungen zusammenlegen und eine gemeinsame Universitätsallianz gründen sollen. Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich, hochschulpolitische Sprecherin der Thüringer Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

"Sicherlich lässt sich über viele der Strukturvorschläge, wie beispielsweise die Zusammenlegung der Hochschulen in Erfurt und Weimar trefflich streiten. Jedoch teilen wir mit der Fraktion DIE LINKE die Grundauffassung, dass die Thüringer Hochschulen deutlich stärker als bisher miteinander kooperieren müssen. Klar ist jedoch auch, dass sich Hochschulstrukturen nicht mal eben am Reißbrett oder per Gutachten entwerfen lassen. Daher braucht es einen intensiven Dialog mit allen Beteiligten auf Augenhöhe. Die Einsetzung einer Enquetekommission zur zukünftigen Hochschulentwicklung in Thüringen zu Beginn der nächsten Legislatur halten wir dementsprechend durchaus für sinnvoll."

Die grüne Hochschulpolitikerin weist darauf hin, dass die Vorschläge des Gutachtens zudem aufzeigen, wie notwendig eine strategische und an stabilen Strukturen orientierte Hochschulentwicklungsplanung in Thüringen ist.

"Die Landesregierung muss endlich ihre Hausaufgaben machen und ihre Vorstellungen zur Hochschulentwicklungsplanung vorlegen. Schließlich sollte der Hochschulentwicklungsplan laut Landtagsbeschluss bereits Ende 2013 vorliegen. Viereinhalb Monate später gibt es diesen immer noch nicht. Das zeigt wieder einmal die bildungspolitische Handlungsunfähigkeit der schwarz-roten Landesregierung."

Astrid Rothe-Beinlich betont abschließend, dass es in der künftigen Rahmenvereinbarung für die Hochschulen ab 2016 darum gehen muss, dass die Kostensteigerungen an den Bildungseinrichtungen umfassend vom Land übernommen werden: "Wir halten eine Steigerung der Mittel von vier Prozent jährlich angesichts der prekären Arbeitsverhältnisse an den Hochschulen und der unzureichenden Grundfinanzierung für unbedingt erforderlich, um die wissenschaftsspezifischen Kostensteigerungen aufzufangen. Ein variabler Mittelaufwuchs kann jedenfalls keine Lösung sein. Die Hochschulen brauchen endlich Planungssicherheit", sagt Rothe-Beinlich abschließend.

Meldung vom 14.04.2014