Mauerbau ist und bleibt Symbol für Unfreiheit und Tod

Astrid Rothe-Beinlich: Erinnerung wach halten, politische Bildung stärken

"Mit dem Bau der Mauer und der tödlichen Grenze durch Deutschland ist unglaublich viel Leid einher gegangen. Familien wurden zerrissen, Menschen in ihrem eigenen Land ein- oder aus ihrer Heimat ausgesperrt. Ihnen wurde tausendfaches und tiefgreifendes Unrecht zugefügt. Wer aus der DDR fliehen wollte, musste Leib und Leben riskieren. Viele Menschen haben ihren Freiheitswillen mit dem Tod bezahlt. Unzählige Menschen wurden nach gescheiterten Fluchtversuchen für Jahre ins Gefängnis gesperrt. Dieser Opfer gedenken wir am 13. August in besonderer Weise. Entscheidend ist und bleibt, dass die Erinnerung daran lebendig bleibt – auch und gerade angesichts dessen, wie wenig Wissen rund um das Grenzregime in ganz Deutschland heute präsent ist", so Astrid Rothe-Beinlich, parlamentarische Geschäftsführerin und bildungspolitische Sprecherin der grünen Fraktion im Thüringer Landtag.

Die schmerzhafte Erinnerung an diese Zeit muss wachgehalten werden. Deshalb braucht es neben politischer und menschenrechtsorientierter Bildung in der Schule auch Orte des Gedenkens, wie unsere Thüringer Gedenkstätten und Grenzmuseen, die authentische und professionelle Erinnerungs- und Bildungsarbeit leisten.

"Eine Relativierung der realen Verhältnisse in der DDR darf eine aufgeklärte Gesellschaft nicht hinnehmen. Fakt ist: Viele junge Menschen wissen erschreckend wenig über die jüngste deutsche und europäische Geschichte", gibt die Grünenpolitikerin zu bedenken.

Aus der Erfahrung der Mauer und der deutschen wie europäischen Teilung erwachsen zudem besondere Verpflichtungen in und für Europa.

"Das Eintreten für das hohe Gut und die Chancen eines gemeinsamen Europas und damit gegen jegliche Spaltungstendenzen ist täglicher Auftrag – gerade in Krisenzeiten. Dazu passt weder die Wiedererrichtung von Schlagbäumen im Inneren noch der Aufbau einer Flüchtlingsabwehr-Festung Europa mit einem militarisierten Grenzregime nach außen", gibt Rothe-Beinlich zu bedenken.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN werben dafür, Krisen in Europa wirklich in gemeinsamer solidarischer Verantwortung zu meistern.

Astrid Rothe-Beinlich war bereits zum 5. Mal rund um den 13. August gemeinsam mit Carsten Meyer und 30 weiteren TeilnehmerInnen an der ehemaligen Grenze gut 150 Kilometer mit dem Fahrrad unterwegs, um diese im wahrsten Sinne des Wortes zu er“fahr“en und Geschichte wach zu halten.

Meldung vom 12.08.2014