Radtour „Grenze erFAHRen 2017“ vom 11.-13. August 2017

Von Drei Annen Hohne im Harz bis nach Helmstedt

Grenzdenkmal_Hötensleben: GrenzerFAHRung 2017 vorab 1 2 Bilder
Grenzdenkmal_Hötensleben: GrenzerFAHRung 2017 vorab 1

Astrid Rothe-Beinlich, Abgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Landtagsfraktion Thüringen, lädt gemeinsam mit Carsten Meyer (Abgeordneter des Thüringer Landtags a.D., Vorsitzender von DAKT e.V.) am kommenden Wochenende dazu ein, ein Teilstück der ehemals deutsch-deutschen Grenze zu erFAHREN – mit dem Rad. Die Radtour „Grenze erFAHRen“ geht in diesem Jahr bereits in die 8. Runde. Ins Leben gerufen hat die Tour Carsten Meyer im Jahr 2010. Seither findet sie jährlich um den Gedenktag des Mauerbaus statt.

In diesem Jahr ist das Begleitprogramm der Radtour noch vielfältiger: Neben der deutsch-deutschen Geschichte und der Teilung Europas durch den Eisernen Vorhang, machen wir in diesem Jahr auch Streifzüge in die Ur- und Frühgeschichte und Kirchengeschichte. Besonders schön finde ich, dass wir im Nationalpark Harz unsere Tour starten, die so unterschiedlichen Landschaften bis Helmstedt durchradeln und uns dort dann mit der gegenwärtigen Situation in der Region auseinandersetzen und mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen“, sagt Astrid Rothe-Beinlich.

Am Freitagmorgen starten die 30 Teilnehmer*innen am Erfurter Hauptbahnhof und erreichen gegen Mittag, nachdem sie den Harz mit der Harzquerbahn erklommen haben, den kleinen Ort Drei Annen Hohne. Dort beginnt das eigentliche Radeln. Mit den Rädern streifen die Radfahrer*innen den Nationalpark Harz.

Am Nachmittag erreicht die Gruppe Ilsenburg. Weiter geht es dann direkt auf dem ehemaligen Grenzstreifen. Dort, wo sich heute das Grüne Band durch Europa schlängelt, war bis vor 27 Jahren eine tödliche Grenze. Um sie zu errichten mussten Ortschaften, Kurheime und Gehöfte weichen. Diese Spuren sind bis heute erkennbar und Teil der Erkundungen der Tourteilnehmer*innen. Sie fahren mit, weil sich unterwegs politisches und ökologisches Interesse mit Fahrfreude und Vergnügen zu einer Entdeckungsreise in die Geschichte verbindet. Am Freitagabend kehrt die Gruppe in Osterwieck ein.

Dort beginnt am Samstag auch Teil 2 der Tour. An diesem Tag legen die Teilnehmer*innen 70 km zurück. Entlang des Großen Bruchs nördlich des Fallsteins fahren sie weite Teile der Strecke bis nach Schöningen direkt auf der ehemals deutsch-deutschen Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Am Nachmittag erreichen die Radfahrer*innen Schöningen. Ab 14 Uhr besuchen sie das paläon. Im Haus werden sie von Herrn Dr. Florian Westphal, Geschäftsführer der paläon GmbH, Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere, empfangen. Neben einer Führung durch Sonder- und Dauerausstellung, wird Herr Dr. Westphal auch über die Konzeption des Hauses referieren. Auch die archäologische Grabungsstelle Schöningen wird besucht.

Die letzten 20 Kilometer fährt die Gruppe durch das ehemalige Braunkohleabbaugebiet zwischen Schöningen und Helmstedt. Der Tagebau ist weithin sichtbar. Die ehemalige deutsch-deutsche Grenze verlief direkt durch das Abbaugebiet. Auch das Grenzdenkmal Hötensleben liegt auf der Strecke und wird besichtigt. Der Strukturwandel in der Region wird bereits auf dem Fahrrad mit dem Blick in die Landschaft spürbar.

Um sich mit Menschen aus der Region auszutauschen, findet am Samstagabend in Helmstedt eine offene Gesprächsrunde statt. Ab 20 Uhr sind alle Interessierten in den Hof des Klosters St. Ludgerus eingeladen. Sie werden mit den Expert*innen für die Region Helmstedt/Schöningen Sybille Mattfeldt-Kloth (Ehemalige Vorsitzende der Stadtrats- und Kreistagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Helmstedt), Andreas Fox (Bürgerinitiative Morsleben – Initiative gegen das Atommülllager Morsleben) und Susanne Heine (ehrenamtlich Aktive in der Hilfe für Geflüchtete in der Region) ins Gespräch kommen.

Am Sonntag erkunden die Tourteilnehmer*innen Helmstedt. Neben dem Besuch des Zonengrenz-Museums und des Juleums wird auch das Kloster St. Marienberg besichtigt. Dort endet am Sonntagnachmittag mit einem Abschlusspicknick die gemeinsame Radtour. Dann machen sich die Tourteilnehmer*innen mit dem Zug zurück auf den Heimweg nach Thüringen.

Eine Begleitung einzelner Stationen der Tour durch Vertreter*innen der Medien ist ausdrücklich erwünscht. Die Tour kann unter dem Hashtag #Grenzeerfahren2017 in den sozialen Medien verfolgt werden.

Die Radtour „Grenze erFAHRen 2017" wird von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN des Thüringer Landtags in Kooperation mit DAKT e. V. (Die Andere Kommunalpolitik Thüringen e.V.) veranstaltet.


Bilder: Zwei Perspektiven auf das Grenzdenkmal Hötensleben (Fotos: Thea Jacob).

veröffentlicht am 09.08.2017


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