Grüne nachdrücklich für Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Erzieher*innen / Rückblick Demo 29.01.2020 der GEW

Die GEW Thüringen hat für heute zu einer Kundgebung für bessere Arbeitsbedingungen der Erzieher*innen in den Thüringer Horten aufgerufen. Die Fraktion DIE LINKE hat dazu außerdem eine aktuelle Stunde im Landtag beantragt.

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GEW Demo, Foto: Nico Paul

Grüne nachdrücklich für Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Erzieher*innen

Astrid Rothe-Beinlich: Gute Ganztagsschule braucht bessere Rahmenbedingungen!


Die GEW Thüringen hat für heute zu einer Kundgebung für bessere Arbeitsbedingungen der Erzieher*innen in den Thüringer Horten aufgerufen. Die Fraktion DIE LINKE hat dazu außerdem eine aktuelle Stunde im Landtag beantragt. Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Als Grüne unterstützen wir die Erzieher*innen dabei, ihre Arbeitsbedingungen an den Horten weiter zu verbessern. Guter Ganztag braucht schließlich bessere Rahmenbedingungen. Thüringen braucht sich bei einer Hortbesuchsquote von 87 Prozent wahrlich nicht verstecken. Allerdings müssen und werden wir die Beschäftigungsbedingungen diskutieren. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie Arbeitszeiten, Stellenanteile und die Aufgaben zukünftig ausgestaltet werden."

Die grüne Bildungspolitikerin macht deutlich, dass die Kundgebung der GEW Thüringen ein wichtiges Zeichen ist, macht diese doch auf die Notwendigkeit der Verbesserungen für Erzieher*innen aufmerksam.

„Die GEW rennt bei uns quasi offene Türen ein, denn gerade erst haben wir uns mit SPD und LINKE im Koalitionsvertrag darauf verständigt, allen Erzieher*innen das Angebot zu unterbreiten ihre Beschäftigungsumfänge auf 100 Prozent zu erhöhen. Uns ist klar, dass wir mehr vollgebundene und teilgebundene Ganztagsangebote, mehr Rhythmisierung im Ganztag wollen und mehr Zeit für mehr Förderung nur mit einer Erhöhung der Beschäftigungsanteile einhergehen kann. Inklusion darf zudem nicht am Nachmittag in der Schule enden. Auch in Schule setzen wir auf multiprofessionelle Teams und Gruppengrößen, die Fördermaßnahmen am Nachmittag möglich machen", so Astrid Rothe-Beinlich weiter.

„Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir gemeinsam zu Verbesserungen kommen werden. Da es dazu Mehrheiten braucht, liegt es nun an der CDU und der FDP, hier den Erzieher*innen ebenfalls entgegen zu kommen. Unsere Bereitschaft dazu ist jedenfalls klar", macht die grüne Politikerin abschließend deutlich.

Bei Rückfragen: Pressesprecher Sebastian Arnold, Tel. (0361) 37 72666, (0151) 40 20 69 05

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landtagsfraktion Thüringen

Pressemitteilung 4-20


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An der Demo am Mittwoch Abend nahmen einige Hundert Erzieher*innen teil. Es gab Redebeiträge von den betroffenen Horterzieher*innen.

Zum Beispiel:

„Seit Jahren reden wir über Inklusion und das es doch ganz einfach ist. Natürlich ist es ganz einfach, wenn ich das Personal dafür habe. Momentan sind die Stunden für die Rhythmisierung des Schulvormittags sehr begrenzt oder fallen häufig aus, da fehlende Kollegen*innen ersetzt oder vertreten werden müssen ( da spreche ich nicht nur von mal einer Stunde früher den Dienst anzutreten, es sind Stunden für den Frühdienst, den Spätdienst oder die Schwimmbegleitung) und dann soll auch der Unterrichtsausfall abgefangen werden.“ - Christiane Gräbenteich (Webseite der GEW)

„Ich wünsche mir von euch endlich mehr Ruhe und Stetigkeit in der Schule. Jedes Jahr kommen neue Anordnungen, die umgesetzt werden müssen. Die Hoko werden am Anfang des Schuljahres mit Aufgaben überschüttet, die einfach unmöglich sind und an die Substanz gehen. Zu Beginn eines jeden Schuljahres gibt es soviel zu tun an Planung und Koordination, da braucht man nicht noch die ganzen bürokratischen Anordnungen von "oben"." - Gabi Marquardt (Webseite GEW)

Es sprachen auch Funktionäre der Gewerkschaften. Anschließend überreichten diese Forderungen und Wortmeldungen an den Bildungsminister Helmut Holter. Dieser hielt daraufhin eine kurze Rede und legte die erreichten und beschlossenen MAßnahmen dar, er gab an das man hinter den Erzieher*innen steht und für sie kämpft. Er stellte ebenbso wie die zu Wort kommenden Vertreter der Koalition (Astrid Rothe-Beinlich, B90/Grüne, Diana Lehmann, SPD und Torsten Wolf, Linke) klar das es schon Verbesserungen gab, man die Probleme erkannt hat und weiter an der Durchsetzung und Verbesserung arbeiten werde. So sollten Hortnerinnen die Möglichkeit bekommen, in Vollzeit zu arbeiten, wenn sie das wollten. Dann könnten sie auch Lehrer im Unterricht unterstützen.

Astrid Rothe-Beinlich betonte zudem die Notwendigkeit, multiprofessionelle Teams selbstverständlich im Ganztag zu implementieren, um Inklusion für alle zu ermöglichen. Dazu gehören sowohl die Schulbegleiter*innen als auch diejenigen Pädagog*innen und Fachkräfte, die Kinder mit fehlenden Sprachkenntnissen besonders unterstützen. Unser Ziel bleibt, dass wir gemeinsam zu Lösungen kommen, die den Kindern und den in Schule Beschäftigten gleichermaßen zugute kommen.

Zu Wort kamen außerdem Christian Tischner, CDU und Franziska Baum, FDP.

veröffentlicht am 29.01.2020