Flüchtlingsrat Thüringen zum Thüringer Flüchtlingsgipfel

Am Donnerstag, 23. April wird es im Augustinerkloster zu Erfurt den 1. Thüringer Flüchtlingsgipfel geben

Flüchtlingsrat Thüringen

Gemeinsam mit Flüchtlingsvertretern und weiteren betroffenen Akteuren wird die Landesregierung die aktuellen Herausforderungen der Flüchtlingspolitik in Thüringen diskutieren. Dabei sollen Handlungsansätze für eine verbesserte Unterbringung, Betreuung und Versorgung von Flüchtlingen in Thüringen erarbeitet werden. Dazu werden unter anderem die aus dem Landesintegrationsbeirat erwachsenen Arbeitsgruppen „Unterbringung und soziale Betreuung“, „Sprachförderung“, „Integration in den Arbeitsmarkt“ und „Stärkung der Willkommenskultur“ ihre Ergebnisse der breiten öffentlichen Diskussion stellen.

Seine Erwartungen an den Flüchtlingsgipfel hat der Flüchtlingsrat Thüringen in einem Flüchtlingspolitisches Positionspapier veröffentlicht (siehe unten).

Die dazugehörige Pressemitteilung finden sie ebenso unten bzw. nachstehend.


Hohe Erwartungen an den Flüchtlingsgipfel: Flüchtlingsrat Thüringen legt Flüchtlingspolitisches Positionspapier vor

Anlässlich des am 23.04.2015 in Erfurt stattfindenden ersten Thüringer Flüchtlingsgipfels legt der Flüchtlingsrat Thüringen e.V. ein "Flüchtlingspolitisches Positionspapier zur Aufnahme, Unterbringung und Integration von Flüchtlingen in Thüringen" vor. Darin werden Mindestbedingungen und –forderungen zur Aufnahme, Unterbringung und Integration von Flüchtlingen in Thüringen formuliert, die aus Sicht des Vereins Grundlage für eine humanitäre Flüchtlingspolitik in Thüringen darstellen.

"Der Flüchtlingsgipfel wird sich mit verschiedenen Facetten der Aufnahme, Unterbringung, Beratung und Integration asylsuchender und geduldeter Flüchtlinge beschäftigen und will viele AkteurInnen einbeziehen. Dies halten wir für einen ersten richtigen Schritt.", so Ellen Könneker. Vertreterinnen des Flüchtlingsrates waren bereits in einigen den Gipfel vorbereitenden Arbeitsgruppen beteiligt und hatten sich auch mit Vorschlägen selbst an das Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz gewandt.

"Der Gipfel sollte erste Prämissen einer humanitären, die Menschen willkommen heißenden Flüchtlingspolitik vereinbaren und einen Diskussionsprozess einleiten, in dem die einzelnen Maßnahmen Schritt für Schritt ausgehandelt und umgesetzt werden sollten. Mehr von dieser ersten Veranstaltung zu erwarten, wäre unrealistisch." Mit weniger aber sollte man sich auch nicht zufrieden geben, warnen die Vorstandsmitglieder des Rates davor, "dass der Gipfel ein ähnliches Schicksal erleidet, wie einige der von Frau Merkel in den letzten Jahren initiierten Dialogforen. Sehr viele Menschen - Flüchtlinge selbst als auch UnterstützerInnen, BeraterInnen, SozialarbeiterInnen, organisiert wie ehrenamtlich - setzen große Hoffnungen in diesen Gipfel und hegen anspruchsvolle Erwartungen an eine sich unter der neuen Landesregierung trotz der steigenden Flüchtlingszahlen grundlegend ändernde Politik des Umgangs mit schutzsuchenden Menschen."

Das Positionspapier formuliert die Anforderungen und Mindestbedingungen von der Erstaufnahme in Thüringen ankommender Flüchtlinge über die Unterbringung und Integrationsmaßnahmen in den Landkreisen und kreisfreien Städten, bis hin zur Organisation schulischer und beruflicher Bildung, dem Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen sowie der medizinischen Versorgung der Menschen.

"Als Landesflüchtlingsrat werden wir uns dafür einsetzen und daran beteiligen, dass eine gute Aufnahme, Unterbringung und Integration von Flüchtlingen in Thüringen gelingt und dass die dafür nötige Akzeptanz in der Bevölkerung gewonnen und erhalten werden kann. Mit unseren Kernkompetenzen, insbesondere der Beratung, Information und Fortbildung sowie Vernetzung von Menschen, die sich haupt- und ehrenamtlich für die Unterstützung, soziale Integration und das Bleiberecht geflüchteter Menschen in Thüringen einsetzen, wollen wir unseren Beitrag dazu leisten.", so Ellen Könneker abschließend.

Der Flüchtlingsrat Thüringen e.V. wurde 1997 von in der Flüchtlingsarbeit engagierten Einzelpersonen, VertreterInnen aus Gewerkschaften, Menschenrechtsgruppen, Kirchen und Parteien als Interessenvertretung für Flüchtlinge und Netzwerkstelle für Engagierte gegründet, ist Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft Pro Asyl und setzt sich für den Schutz geflüchteter Menschen, die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und den Abbau von Vorurteilen und Diskrimininierung ein.
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Flüchtlingsrat Thüringen e.V.
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99092 Erfurt
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veröffentlicht am 21.04.2015