Weimarer Menschenrechtspreisträger wird in Mauretanien der Prozess gemacht

Astrid Rothe-Beinlich fordert unverzügliche Freilassung des Anti-Sklaverei-Aktivisten Biram Dah Abeid

Nach Informationen der Deutschen Welle wird dem mauretanischen Anti-Sklaverei-Aktivisten Biram Dah Abeid seit gestern ein Schnellprozeß gemacht. Dem Träger des Menschenrechtspreises der Vereinten Nationen 2013 und des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar 2011 wird demnach Aufruf zur Gewalt und Störung der öffentlichen Ordnung vorgeworfen. Ihm droht wie zuletzt erst 2012 erneut eine Haftstrafe. Abeid, selbst Sohn einer Sklavin, ist Gründer und Präsident der Anti-Sklaverei-Bewegung IRA (Initiative pour la Résurgence du Mouvement Abolitionniste). Der unerwartete und schnelle Prozeßbeginn, so heisst es, könnte dazu dienen, nationale und internationale Prozeßbeobachtung zu erschweren.

Dazu erklären Astrid Rothe-Beinlich, Landtagsabgeordnete und Andreas Leps, Vorsitzender der Weimarer Stadtratsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN: "Wir begrüßen sehr, daß sich der Weimarer Oberbürgermeister an den deutschen Aussenminister und die mauretanische Botschaft in Berlin gewandt hat, um die Freilassung Abeids und seiner Mitstreiter zu befördern. Dies unterstützen wir nachdrücklich."

Mauretanien führt den Globalen Sklaverei-Index an. Nach diesem von der australischen Siftung Walk Free erstmal 2013 vorgelegten Index sind Mauretanien, Haiti und Pakistan die Länder mit dem im Verhältnis zur Bevölkerung höchsten Anteil an Sklaven weltweit. Für Mauretanien werden demnach bei einer Bevölkerung von knapp 4 Mio. gut 155000 Menschen als Sklaven gezählt.

"Dies ändern zu wollen, erfordert großen Mut und verdient größtmögliche Hochachtung," erläutert Rothe-Beinlich. Biram Dah Abeid wird bedroht bis hin zum Mordaufruf eines Imam. "So richtig und wichtig es war, mit der Verleihung des Weimarer Menschenrechtspreises an ihn ein deutliches Zeichen zu setzen, so richtig und wichtig ist nun auch das alltägliche Hinschauen, die alltägliche Solidarität, auch von uns."

veröffentlicht am 19.12.2014